



Quelle: Ökumenisches
Heiligenlexikon
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Die Heilige der Müller Christina
von Bolsena
Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon
Gedenktag katholisch: 24. Juli
Name bedeutet: die Christin Märtyrerin
* in Bolsena
+ um 287/307 in Bolsena
Attribute: Feuerofen, Mühlstein, Pfeile, Rost, Schlangen
Patronin von Bolsena, Palermo und Torcello bei Venedig; der
Müller, Bogenschützen und Seeleute.
Hinweis: Heute findet am 18. Juni, dem Tag des Wunders, in Bolsena ein großartiges
Blumenfest statt.
Von Christina, Tochter heidnischer Eltern, wird in der Legende erzählt, dass sie von
einer Dienerin zum Christentum bekehrt wurde. Von ihrem Vater wurde sie dann mit zwölf
Dienerinnen in einen Turm auf einer Insel im See von Bolsena eingeschlossen, denn
Christina sollte den silbernen und goldenen Göttern, die er ihr aufgestellt hatte,
geweiht bleiben. Christina aber zerbrach die Götterbilder, warf andere in den See und
schenkte das Gold den Armen. Der wütende Vater ließ sie von zwölf Männern schlagen,
bis diese schwach wurden, dann ins Gefängnis werfen, wo ihre weinende Mutter sie
beschwörte, nachzugeben; aber Christina blieb standhaft. Der zum Richter in den
Christenverfolgungen jener Zeit bestellte Vater ließ ihr die Glieder zerbrechen und ihre
Haut mit Nägeln reißen, worauf sie ihm einen Fetzen ihres Fleisches ins Gesicht warf.
Als man sie auf ein Rad band, unter dem ein Feuer angezündet wurde, schlugen die Flammen
aus und töteten 1.500 Umstehende.
Christina wurde daraufhin der Zauberei angeklagt, wieder ins Gefängnis geworfen, dann in
der Nacht auf einer Basaltplatte (Mühlstein??) in den See hinausgestoßen, damit sie
ertrinke; Engel hielten sie aber über Wasser und Christus selbst erschien ihr, taufte sie
und übergab sie dem Erzengel Michael, der sie an Land brachte. Dabei trug Sie einen
blauen Umhang (Erkennungsfarbe der Mühlen). Wieder als Zauberin angeklagt, sollte sie nun
enthauptet werden, da wurde ihr Vater tot aufgefunden. Sein Nachfolger im Richteramt
setzte die Martern fort: Er ließ in einer eisernen Wiege Öl, Pech und Harz entzünden,
Christina hineinlegen und von vier Männern schaukeln, "auf dass sie um so heftiger
brenne". Sie aber lobte Gott, dass er sie als Neugeborene - weil neu getaufte
Christin - sanft wiegen lasse und entstieg unverletzt.
Christina wurde geschoren und nackt vor eine Apollo-Statue geschleift, diese zerfiel zu
Staub, der Richter starb vor Schreck. Sein Nachfolger sperrte sie fünf Tage in einen
glühenden Ofen, sie wandelte darin und sang mit den Engeln. Schlangen wurden gebracht -
sie leckten ihren Schweiß ab und legten sich kühlend um ihren Hals. Als ein Zauberer nun
die Schlangen reizen sollte, stürzen sich diese auf ihn und töten ihn; Christina aber
gebot den Schlangen, an einen wüsten Ort zu entweichen und erweckte den toten Zauberer.
Schließlich wurden ihr die Brüste abgeschnitten, sie verströmten Milch statt Blut. Als
ihr die Zunge abgeschnitten wurde, behielt Christina die Sprache, und sie warf die Zunge
dem Richter ins Gesicht, worauf der erblindete. Von den Pfeilen, die er nun auf sie
abschoß, trafen sie zwei und töteten sie.
Die Kirche in Bolsena bewahrt in einem Sarkophag die Gebeine Christinas und die
Basaltplatte mit ihren Fußabdrücken, mit der sie auf den See hinausgestoßen worden sei.
An dieser Stelle ereignete sich das "Blutwunder von Bolsena", das zur
Einführung des Festes Fronleichnam Anlass gab.
1263 feierte der böhmische Priester Peter von Prag auf seiner Pilgerfahrt nach Rom in der
nach Christina benannten Kirche in Bolsena eine Messe. Er hatte Mühe mit dem Glauben an
die Transsubstantiation der Elemente bei der Eucharistie, aber er wurde nun überzeugt,
als bei dieser Messe einige Tropfen Blut von der Hostie auf die Messgewänder und den
Marmorfußboden der Kirche fielen. Zum Andenken daran erhob Papst Urban IV. schon ein Jahr
danach das 1246 in Belgien entstandene Fronleichnamfest zum allgemeinen Kirchenfest und
veranlasste den Bau des prachtvollen Domes von Orvieto. Noch heute findet am 18. Juni, dem
Tag des Wunders, in Bolsena ein großartiges Blumenfest zum Thema der Eucharistie in den
Straßen des Städtchens statt.
Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon
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